San Marino tourismus

Die Republik San Marino befindet sich im Zentrum Italiens, nicht einmal eine Fahrstunde von den warmen Sandstränden der Adriaküste entfernt. Mit einer Gesamtfläche von knapp über 60 Quadratkilometern ist sie der drittkleinste Staat Europas, nach dem Vatikan und Monaco. Oberhalb von sanft geschwungenen Hügeln und landwirtschaftlichen Nutzflächen erhebt sich der Felskamm Monte Titano. Hierhin war der Begründer der Republik, St.

Marinus, vor der religiösen Verfolgung im 3. Jahrhundert geflohen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden drei Türme errichtet, die Angriffe auf ihre die Unabhängigkeit und Freiheit abwehren sollten. Heute wachen diese Türme über ein Land, das sich durch eine reiche Geschichte, viel Kultur und Schönheit auszeichnet.

Zu Füßen der hohen Türme liegt die ehemalige Hauptstadt der Republik, die ebenfalls San Marino heißt.

Egal, ob Sie die kurvenreichen Straßen auf sich nehmen oder mit der Seilbahn fahren, sobald Sie angekommen sind, finden Sie sich in einer anderen Zeit wieder und haben gleich eine andere Gemütsverfassung. Die Altstadt von San Marino wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und bei einem Bummel durch die engen Straßen merken Sie schnell warum. San Marino ist die älteste konstitutionelle Republik der Welt. Oberhalb der einem ständigen Wechsel unterworfenen Welt bewahrt sie stolz ihre Vergangenheit.

Das Herzstück der Republik ist die Piazza della Libertà. Auf dem Platz befinden sich die stadteigene Freiheitsstatue, die Statua della Libertà, und das Rathaus, der Palazzo Pubblico. Besuchen Sie ihn am besten zur Wachablösung, die im Sommer stündlich stattfindet.

Achten Sie im Inneren auf die Büste Abraham Lincolns, dem die in der kleinen Republik gelebten Werte Anlass zur Hoffnung gaben, als in den Vereinigten Staaten der amerikanische Bürgerkrieg wütete. Beachten Sie im Ratssaal das Gemälde des St. Martinus, der über die wacht, die die Zukunft des Staates bestimmen.

In der Tat werden Sie überall an den Gründer der Republik erinnert, wohl nirgends aber so wie in der Basilika San Marino, in der die sterblichen Überreste des einfachen Steinmetzes in der Nähe des Altars ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Wie St. Martinus zu seiner Zeit haben schon viele hier auf dem Berg Zuflucht gefunden, so auch der italienische Revolutionär Garibaldi.

Im Jahr 1849 nutzten der General und seine Anhänger die Gastfreundschaft der Republik, um der Gefangennahme durch die Armeen, die sie verfolgten, zu entgehen. Auch heute noch ist San Marino eine wichtige Anlaufstelle – allerdings für Kunstliebhaber und Geschichtsfans. Informieren Sie sich im Museo delle Armi Antiche über Feuerkraft im Laufe der Zeit und betrachten Sie die wunderlichen Objekte des Museo delle Curiosità.

Sehenswert sind außerdem die Gemälde in der Pinakothek San Francesco und die unbezahlbaren Schätze des Museo di Stato. Da die Republik keine Mehrwertsteuer erhebt, lädt Sie zu ausgedehnten Einkaufsbummeln ein. Hier finden Sie sowohl bekannte Luxusmarken als auch ein traditionelleres Angebot.

San Marinos Münzen und Briefmarken sind bei Sammlern auf der ganzen Welt beliebt. Ein wirklich einmaliges Souvenir ist aber ein Stempel im Reisepass, den Sie im staatlichen Touristenbüro bekommen. Die unumstrittenen Stars von San Marino sind die Türme.

Die auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Torre Guaita ist die größte und älteste Befestigungsanlage der drei. Im ihrem Inneren befindet sich der Glockenturm, der früher vor Angriffen warnte, heute aber nur noch bei Feierlichkeiten Verwendung findet.

Folgen Sie dem malerischen Pfad zum höchsten Punkt des Monte Titano. Hier erhebt sich auf einer Höhe von etwa 800 Metern über dem Meeresspiegel La Cesta. Einsame Wache steht auf dem am weitesten entferntesten Gipfel des Monte Titano die Torre Montale, der kleinste der Türme.

Der Turm ist heute zwar geschlossen, liegt aber so abgelegen, dass Sie hier die kühle Bergluft genießen können ohne von Menschenmassen umgeben zu sein. Der Nachteil des Staates, seine Größe, wird durch eine sehr seltene Charakteristik ausgeglichen: heitere Gemütsruhe. Nicht umsonst heißt er offiziell La Serenissima Repubblica di San Marino.

Um diesen Frieden zu erleben, sollten Sie nicht nur einen Tagesausflug nach San Marino machen, sondern eine oder zwei Nächte hier verweilen. Erst wenn die Reisebusse sich wieder in die geschäftige Welt verabschiedet haben, wird es wirklich ruhig. Und in dieser Ruhe fühlen Sie dann etwas, das San Marino seit Langem zu etwas Besonderem macht – Freiheit.