Lissabon tourismus

Portugals Hauptstadt Lissabon liegt auf der Iberischen Halbinsel, wo der Tejo in den Atlantik mündet. Fast 3000 Jahre Stadtgeschichte machen sie deutlich älter als Rom, Paris und London, und geradezu einzigartig. Von den Anfängen als phönizischer Stützpunkt zur Entwicklung zur Handelsstadt im 16. Jahrhundert, vom Erdbeben von Lissabon 1755 zum glorreichen Wiederaufbau hat die Stadt sehr unterschiedliche Phasen erlebt.

Im 20. Jahrhundert mühte sie sich wieder ab, doch der Wind hat sich erneut zugunsten Lissabons gedreht. Der verblasste Ruhm blüht zu neuem Glanz auf und bietet viele Möglichkeiten. Das Schicksal der Stadt war seit jeher mit dem Meer verbunden, daher überrascht es wohl nicht, dass wichtige Sehenswürdigkeiten entlang der Küste zu finden sind.

Am Ufer des Tejo erhebt sich die elegante Festung Torre de Belém und erinnert an Prestige und Macht Portugals in alten Tagen.

Gleich flussaufwärts thront das Denkmal der Entdeckungen zu Ehren der größten Seefahrer der Nation, wie Heinrich der Seefahrer, Vasco da Gama und Ferdinand Magellan. Erklimmen Sie das Dach und blicken Sie auf die Mapa Mundi hinunter, die Strecken und Entdeckungen der kühnen Seemänner darstellt. Setzen Sie Ihre Tour durch die Schifffahrtsgeschichte am Mosteiro dos Jerónimos fort. Hier betete Vasco da Gama in der letzten Nacht vor seinem Aufbruch in den Orient im Jahr 1497.

Das monumentale Kloster wurde durch den Wohlstand finanziert, den da Gamas Gewürzroute der Stadt einbrachte. Dieser beeindruckende Komplex beherbergt auch das Marinemuseum mit Exponaten aus Portugals Goldenem Zeitalter der Seefahrt. Anfang des 19.

Jahrhunderts vertrieben die Herrscher die Mönche aus ihrem geliebten Kloster. In ihrer Not verkauften sie das geheim gehaltene Rezept ihrer Eiertörtchen. Fünf Generationen später serviert die benachbarte Belem Patisserie Naschkatzen täglich mehr als 20.000 Pastel de Nata, und das Rezept bleibt bis heute ein wohlgehütetes Geheimnis.

Wenn Sie sich mit den besten Pastel de Nata eingedeckt haben, brechen Sie auf zu neuen, kreativen Horizonten: dem Museum für Kunst, Architektur und Technologie. Flussaufwärts geht die Liebe der Portugiesen für das Meer weiter, beim gefeierten Oceanário, wo hunderte Arten zu Ehren der Weltmeere vorübergleiten. Steigen Sie von hier aus in die Seilbahn und heben Sie ab, um Lissabon und die 17 km lange Ponte Vasco da Gama, die längste Brücke Europas, von oben zu sehen.

An der Küste finden Sie außerdem den Triumphbogen Praça do Comércio. Auf dem weitläufigen Platz im Zentrum der Baixa befand sich einst der Königspalast, bis an Allerheiligen im Jahr 1755 eine Naturkatastrophe die Stadt und ganz Europa veränderte. Im Lisboa Story Centre können Sie die Erschütterung des 6 minütigen Erdbebens sowie den schrecklichen Tsunami und 5 tägigen Großbrand nachempfinden.

Das Beben löschte 85% der Stadt aus, doch das Unheil bot auch Chancen. Innerhalb eines Jahres war der Wiederaufbau in vollem Gange. Breite Alleen ersetzten mittelalterliches Straßengewirr, und ein neuer Stil schicker, erdbebensicherer Bauwerke entstand: Pombalin.

Das Erdbeben schüttelte auch die alten religiösen Dogmen ab und die Risse ließen die aufkeimenden Ideen der Aufklärung durch. Spazieren Sie durch den Triumphbogen, der den Tugenden Ehre, Scharfsinn und Mut aufgrund des raschen Wiederaufbaus Tribut zollt. Schlendern Sie anschließend über die Rua Augusta zu einem weiteren großen Platz, dem Rossio.

Wenn der Praça do Comércio das Tor zur Stadt ist, ist der Rossio das Herz. Seit dem Mittelalter versammelten sich die Lissabonner hier zu Stierkämpfen und Feierlichkeiten. Heute ist der Platz perfekt, um an den kühlen Brunnen und auf dem Wellenmuster des Pflasters zu entspannen.

Lissabon gehört zu den großartigen Städten mit sieben Hügeln. Wohin Sie also gehen, Sie werden immer irgendwo die Aussicht genießen können. Zum Glück haben die Einheimischen ein paar Tricks, um an Sommertagen die Füße zu schonen.

Fahren Sie von der Baixa mit dem Elevador de Santa Justa zum Barrio Alto. Hier befindet sich das Convento do Carmo, dessen verfallene Bögen von der Zerstörung im Jahr 1755 zeugen. Steigen Sie in die Tram 28, die an wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeifährt.

Von den Portas do Sol geht es dann weiter zum Castelo de São Jorge. Von den Mauern der maurischen Zitadelle aus dem 11. Jahrhundert erstrecken sich die roten Ziegeldächer der Stadt hinunter bis zum dahinterliegenden Tejo.

In ganz Lissabon rattern Straßenbahnen, doch die beliebteste ist Gloria – von der Unterstadt (Baixa) zum Miradouro de São Pedro de Alcãntara, wo Sie abends wunderbar zusehen können, wie die Stadt erstrahlt. Obwohl das Erdbeben den Großteil Lissabons in Schutt und Asche legte, wurde der Vorort Alfama verschont. Verlieren Sie sich auf den alten Straßen und Stufen, wo Cafés, Bars und Kunsthandwerk die ehemaligen Häuser der Hafenarbeiter übernommen haben.

Die Dorfatmosphäre ist jedoch noch erhalten, vor allem wenn im Sommer in der ganzen Stadt über 50 Straßenfeste stattfinden. In Alfama stehen die romanischen Türme der Kathedrale Sé von Lissabon, dessen Gemäuer aus der Zeit der Kreuzzüge stammen, als die Stadt von den Mauren befreit wurde. Wenn die Wände sprechen könnten, würde man sicher die Klagelieder des Fado hören.

Entdecken Sie im Museu do Fado die traditionelle Musik Portugals, die in den Bars und Gassen der Alfama entstand. Hören Sie gegen Abend mit den Einheimischen in einer Fado Bar professionelle sowie aufstrebende Fadistas mit ihren herzzerreißenden Liedern der Arbeiterklasse und des Meeres. Lissabons Wände mögen zwar nicht singen, doch die Keramikfliesen strahlen auf eigene Art Musik aus.

Nachdem sie von den Arabern eingeführt wurden, nahmen die Portugiesen die Azulejo Kunst für sich ein. In einem ehemaligen Kloster feiert das Museu Nacional do Azulejo die Entwicklung des Fliesen Handwerks über die Jahrhunderte, von biblischen Geschichten bis zu modernen Designs. Azulejo finden Sie in Lissabon überall – ob praktische oder rein dekorative – doch das größte Kunstwerk darunter ist der Palacio dos Marqueses de Fronteira. Östlich im Museu Calouste Gulbenkian finden Sie eine weitere Sammlung von Weltrang.

Die 6000 Kunstschätze und Antiquitäten hatte der Ölmagnat Gulbenkian angehäuft. Der Hang zum Kreativen beschränkt sich jedoch nicht auf Galerien. Auch Projekte zur Stadterneuerung wie LX Factory, die längst stillgelegten Textilfabriken neues Leben einhauchte, zeugen von diesem Geist.

Und an den Gemeinschaftstischen des Mercado da Ribeira interpretieren einige der einfallsreichsten Köche und Brauer althergebrachte Traditionen neu. Lissabon war immer eine Stadt der Entdeckungen. Wenn Sie also bereit für weitere Erkundungen sind, erwarten Sie endlose Abenteuer.

Etwa 25 km entfernt liegt Cascais, ein ehemaliges Fischerdorf, das von Adeligen aus Lissabon Ende des 19. Jahrhunderts wachgeküsst wurde. Ebenfalls beliebt unter Portugals Monarchen war Sintra, wo ihr Sommerpalast steht.

In nur 30 Minuten Fahrzeit von Lissabon ist die Stadt nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein Märchenland. Hans Christian Andersen verfiel dem Zauber Sintras: immer wieder kam er hierher und bezeichnete es als schönsten Ort in Portugal. Von Sintra ist es nur eine kurze Fahrt zur atemberaubenden Küste des Nationalparks Sintra Cascais.

Verbringen Sie ein paar Tage an wunderschönen Stränden wie Praia das Maçãs, der nach flussabwärts treibenden Äpfeln nahegelegener Plantagen benannt wurde. Wagen Sie sich Richtung Süden und erleben Sie die abgelegenen Strände Adraga und Ursa, wo die Wellen eine dramatische Küste wie aus Homers Odyssee geformt haben. Blicken Sie am Cabo da Roca die Klippen hinunter, die bis ins 14.

Jahrhundert als Ende der Welt galten. Hier am westlichsten Punkt des europäischen Festlands in 120 Metern über dem wogenden Atlantik versteht man, was Lissabons Seefahrer dazu brachte, die Welt hinter dem Horizont zu erkunden. Doch welche Wunder sie auch fanden, welche Reichtümer – sie sehnten sich stets nach ihrer Stadt zurück: Lissabon, Königin der Weltmeere.