Frankfurt tourismus

Es gibt Städte, die lassen sich nicht unterkriegen. Sie besitzen eine Ausstrahlung, die selbst die turbulentesten Zeiten der Geschichte überstehen und dadurch wachsen und erblühen kann. Frankfurt am Main ist eine solche Stadt. Seit Jahrhunderten ist Frankfurt eine der wichtigsten Handelsstädte Europas.

Trotz einer Geschichte voller Brände, Pest, Besatzung und Krieg war und ist sie eine Stadt im Aufstieg. Heute ist Frankfurt das Zuhause der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Börse und eines Flughafens, der jährlich fast 60 Millionen Passagiere abfertigt. Doch überraschenderweise ist es auch entspannt – ein Ort, an dem man Tradition und Schönheit kultiviert und genießt. Diese Balance aus Dynamik und Tradition wird am besten an der Architektur der Stadt deutlich.

Frankfurt wird auch oft „Mainhattan“ genannt, aufgrund seiner Lage am Main und einer Skyline, die eher amerikanisch als europäisch anmutet.

Doch die Stadt, die einst eines der glorreichsten mittelalterlichen Zentren Europas war, pflegt noch immer ihr stolzes Erbe durch Wiederaufbau und Restaurationsprojekte. Obwohl Frankfurt als Finanzriese gilt, ist es doch überraschend kompakt. Die meisten seiner Attraktionen scharen sich rund um das Stadtzentrum, wodurch die Stadt perfekt zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden kann. Überqueren Sie den Eisernen Steg, die beliebte Fußgängerbrücke, und betreten Sie das Herz Frankfurts, den Römerberg. Seit dem 9.

Jahrhundert war dieser mittelalterliche Platz Zeuge der besten und schlimmsten Zeiten, von Volksfesten, Turnieren und Krönungen bis hin zu Hinrichtungen und Feuersbrünsten. Nach seiner Zerstörung durch die Bomben der Alliierten im Zweiten Weltkrieg wurden viele der wichtigsten Gebäude des Platzes liebevoll wiederhergerichtet. Über den Platz wacht der Römer, der seit über 600 Jahren als Rathaus Frankfurts dient. Gegenüber stehen einige der markanten Fachwerkhäuser der Stadt sowie die Alte Nikolaikirche, die wie durch ein Wunder die fast gänzliche Zerstörung der Altstadt überlebt hat.

Vom Römerplatz sollten Sie sich weiter in die Altstadt vorwagen. Egal, welche Richtung Sie einschlagen, an jeder Ecke erwarten Sie historische Schätze. Nur einen dreiminütigen Fußmarsch entfernt liegt der Kaiserdom aus rotem Sandstein in all seiner Pracht.

Westlich des Römerplatzes befindet sich die Wiege der deutschen Demokratie: die Paulskirche, in der 1848 das erste gesamtdeutsche Parlament tagte. Nur zwei Blocks entfernt liegt hingegen ein weiterer wichtiger Geburtsort des Landes: das Goethe Haus. 1749 wurde hier zur Mittagsstunde einer der größten Schriftsteller und Dichter Deutschlands geboren: Johann Wolfgang von Goethe. Von Goethes Elternhaus spazieren Sie Richtung Norden zur Hauptwache.

Links können Sie das symphonische Gesamtkunstwerk des historischen Opernhauses bewundern. Oder biegen Sie rechts ab und schlendern Sie die Zeil entlang, eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Deutschlands. Nur wenige Meter entfernt können Sie die oftmals verblüffende Welt der modernen Kunst im MMK betreten, eine dreieckige Galerie, die die Frankfurter liebevoll als „Tortenstück“ bezeichnen.

Unten am Fluss, im Historischen Museum, können Sie in die Geschichte Frankfurts mit all ihren triumphalen und schwierigen Kapiteln eintauchen. Wenn es um die besten Museumsstädte Deutschlands geht, zählt Frankfurt sicherlich dazu. Überqueren Sie den Fluss und betreten Sie das südliche Ufer, das Museumsufer. Im 18.

Jahrhundert erbaute die Elite der Stadt elegante Villen gegenüber der Altstadt. Heute beherbergen viele dieser Villen ganz besondere Museen, zum Beispiel das Deutsche Filmmuseum. Hier können Sie die Geschichte des Films von der frühesten optischen Unterhaltung bis zu all den Elementen, die in einem modernen Blockbuster stecken, erleben.

Direkt nebenan im Deutschen Architekturmuseum können Sie eine oder zwei Stunden mit der Erkundung Tausender Pläne und Hunderter Modelle verbringen, die beim Bau der Wolkenkratzer der Stadt halfen. Liebhaber der schönen Künste kommen im Städel Museum auf ihre Kosten, einer weltberühmten Galerie, die Werke von vielen klassischen und modernen Meistern Europas zeigt. Die Frankfurter haben auch Entspannung zu einer Kunstform gemacht, ob es einfach nur Sonnenbaden am Mainufer oder ein paar Bembel Apfelwein mit Freunden ist.

Direkt hinter dem Museumsufer liegt Alt Sachsenhausen, wo Sie enge Gässchen mit traditionellen Häusern und einige der gemütlichsten Kneipen und „Ebbelwoi“ Wirtschaften finden. Wenn Sie neue Energie getankt haben, springen Sie in die Straßenbahn Richtung Nordwesten und statten Sie den großen und kleinen Kreaturen im Naturmuseum Senckenberg einen Besuch ab. Die beliebtesten sind die bemerkenswerten Überreste von 50 Millionen Jahre alten Dinosauriern, von denen viele nur 35 Kilometer entfernt in der berühmten Grube Messel ausgegraben wurden.

Direkt nördlich des Naturkundemuseums können Sie inmitten der Wälder, Blumen und Seen des Botanischen Gartens entspannen. Betreten Sie dann die tropische und subtropische Pflanzenwelt des Palmengartens. Vor 70 Jahren, als die Stadt noch vom Krieg schwelte, konnten sich nur wenige vorstellen, dass diese Gewächshäuser jemals wieder so schön sein könnten, dass diese Stadt jemals wieder Frieden und Wohlstand erleben würde.

Doch das hat sie, und heute kann die ganze Welt daran teilhaben.