Yosemite National Park tourismus

265 Kilometer von San Francisco entfernt liegt einer der größten Naturschätze Amerikas. Der Yosemite Nationalpark erstreckt sich über die westlichen Hänge der Sierra Nevada in Kalifornien. Er nimmt auch einen besonderen Platz in der Seele des Landes ein. Die Geschichte von Yosemite begann zu Ende der letzten Eiszeit, als die Gletscher des Hochlands in der Gegend das Tal darunter durchzogen und formten.

Der vom National Park Service verwaltete Park ist mehr als 3.000 Quadratkilometer groß und umfasst fünf Vegetationszonen von Eichenwäldern und Chaparral bis hin zu alpinem Hochland. Von den vier Millionen Besuchern, die jedes Jahr kommen, besichtigt ein Großteil das Yosemite Valley, das das ganze Jahr über geöffnet ist. Obwohl es nur 13 km lang und 2 km breit ist, steckt das Tal voller atemberaubender Landschaft, wie sie nicht oft auf der Erde zu finden ist. Wenn Sie die Ringstraße des Yosemite Valley vom Westen her fahren, lohnt sich ein Umweg zum Tunnel View, der einen herrlichen Panoramablick bietet.

Generationen von Besuchern hat er schon die Sprache verschlagen, viele sogar zu Tränen gerührt.

Rechts steigt der mystische Dunst des Wasserfalls Bridalveil Fall auf, links ragt die mächtige Granitwand des El Capitan auf, während im Hintergrund der majestätische Half Dome tiefer in das Tal lockt. Vom Tunnel View ist es nur eine kurze Fahrt und dann ein einfacher Fußmarsch zum Bridalveil Fall. Seinen Höhepunkt erreicht der Wasserfall im Mai, er ist jedoch das ganze Jahr über zauberhaft. Wenn Sie auf der Suche nach Liebe sind, atmen Sie tief ein: die ursprünglichen Bewohner des Parks, die Ahwahneechee, glauben, dass das Einatmen des Wasserdunstes die Chancen auf eine Heirat erhöht.

Die Ringstraße des Parks folgt den Ufern des Merced River, einer wilden und malerischen Wasserstraße, deren Charakter ständig wechselt, wenn sie von den Felswänden tost und sich dann sanft durchs Tal schlängelt. Hier ist der Fluss mit Kiefernwäldern, satten Wiesen und Stränden gesäumt. Dies sind die besten Orte, um innezuhalten und den Geist des Parks zu spüren.

Es sind die Orte, die Präsident Teddy Roosevelt zu folgenden Zeilen inspirierten: „Es war wie in einer großen, ehrwürdigen Kathedrale zu liegen, viel größer und schöner als jede von Menschen erbaute.“ Die Ringstraße des Yosemite Valley ist Startpunkt zahlreicher Wanderwege, die insgesamt ein mehr als 1.200 km langes Netz bilden. Der Four Mile Trail wurde vor fast 150 Jahren angelegt und steigt die Südwand des Tals zu zwei der schönsten Aussichtspunkte des Yosemite Nationalparks hinauf.

Am Glacier Point blicken Sie auf das gesamte Tal und auf das Hochland in der Ferne hinab. Etwas weiter entfernt wird Ihnen das bisschen Atem, das Sie noch übrig haben, vom Ausblick am Washburn Point geraubt. Wenn Sie nicht viel Zeit haben, können Sie diese Punkte mit dem Auto oder dem Tourbus über die Glacier Point Road erreichen, die zwischen Mai und November geöffnet ist.

Weiter entlang der Ringstraße liegt der Startpunkt eines weiteren berühmten Wanderwegs von Yosemite: der Mist Trail. Diese fünfstündige Wanderung ist für Anfänger und Erfahrene geeignet und belohnt jeden Schritt mit noch umwerfenderen Aussichten und dem Spektakel der Vernal und Nevada Falls. Der Mist Trail vereinigt sich mit dem John Muir Trail, benannt nach dem Vater des amerikanischen Nationalparksystems.

In seinem Buch The Yosemite aus dem Jahr 1912 schrieb der Naturforscher: „Jeder braucht Schönheit und Brot, Orte zum Spielen und Beten, an denen die Natur Körper und Seele gleichermaßen heilen und stärken kann.“ Es waren Zeilen wie diese, die Yosemite in das Bewusstsein einer ganzen Nation rückten und zu seiner Ernennung zu einem der ersten Nationalparks Amerikas führte. Nach der Überquerung des Flusses am Ostende des Tals verläuft die Ringstraße nach Westen Richtung Yosemite Village.

Tauchen Sie im Museum ein in die Kultur der Ureinwohner des Tales. Im Besucherzentrum erfahren Sie anschließend mehr über die Bergarbeiter, Farmer, Künstler und Unternehmer, die folgten. Und verpassen Sie nicht die Ansel Adams Gallery, die sich dem Fotografen widmet, dessen zeitlose Schwarz Weiß Fotos Millionen Menschen dazu inspiriert haben, Yosemite mit eigenen Augen zu sehen.

Von März bis Oktober ist der Park gut besucht, also erwägen Sie, das Auto im Dorf zu lassen und das Tal mit dem kostenlosen Shuttle Service zu erkunden. Oder genießen Sie das Panorama auf zwei Rädern! Fast 20 km an Radwegen erwarten Sie hier, die sich am Fluss entlangschlängeln und verträumte Wiesen mit Wildblumen durchqueren. Auf dem Weg können Sie die Hauptattraktionen des Tals hautnah erleben.

Tausende Jahre lang besaßen die Ahwahneechee zahlreiche Dörfer auf dem fruchtbaren Boden des ganzen Tals, doch hier am Fuße der Yosemite Falls lebte ihr großer Häuptling. Die Wasserfälle teilen sich in drei Abschnitte, die Sie von Aussichtspunkten im ganzen Park in all ihrer Pracht bewundern können. Doch nichts ist vergleichbar mit der einstündigen Wanderung, bei der Sie die ganze Wucht der unteren Fälle spüren, oder mit einer Klettertour bis zu den oberen Wasserfällen.

Was Klettern betrifft, ist El Capitan, ein fast 1.000 Meter hoher Granitmonolith, so etwas wie ein Ritus für Kletterer aus aller Welt geworden. Die erste Besteigung, im Jahr 1958, dauerte 47 Tage. Von der Behaglichkeit der El Capitan Meadow aus können Sie die modernen Kletterer beobachten, die denselben Aufstieg auf nur wenige Tage oder manchmal sogar nur wenige Stunden verkürzt haben.

Wenn die Ringstraße zurück zum Parkeingang führt, legen Sie einen Zwischenstopp beim Valley View ein, um einen atemberaubenden Blick zurück zu werfen. Doch kein Grund, traurig zu sein: Entlang der Straße gibt es noch so viel mehr von Yosemite zu entdecken. Nördlich des Yosemite Valley erhebt sich einer der malerischsten Highways der USA.

Tioga Road ist zwischen Oktober und Mai nicht passierbar, doch wenn der Schnee schmilzt, taucht die Straße wieder auf und steigt bis ins Hochland der Sierra Nevada. Halten Sie an und atmen Sie die kühle Alpenluft am Olmsted Point ein. Erfrischen Sie sich im klaren Wasser des Tenaya Lake, der zu Ehren des letzten großen Häuptlings von Yosemite benannt wurde.

Folgen Sie der Straße anschließend zur Tuolumne Meadow, dem traditionellen Sommer Jagdgebiet der Ahwahneechee. Heute ist diese subalpine Wiese der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen oder einem der vielen Pfade zu folgen, die weitere Abenteuer versprechen. Einer der kürzesten, doch lohnendsten Wege führt zum Lembert Dome, der nach einem der ersten Siedler des Parks benannt ist.

Von seinem Hochland bis hin zu seinen Wasserfällen, von seinen gigantischen Mammutbäumen bis zu seinen Talwiesen – Yosemite schreibt eine amerikanische Geschichte wie kaum ein anderer Ort. Er ist ein Ort, an den eine Nation immer wieder zurückkehrt, in den besten und schlimmsten Zeiten, um zu atmen, um Inspiration zu finden, und einfach zu sein. Denn dies ist ein Ort, über den John Muir einst schrieb, er sei viel einfacher zu spüren als zu beschreiben. Dies ist ein Ort, um die Seele reinzuwaschen.